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24.06.2022, 09:57 Uhr
4. Update Bebauung der gesperrten Parkplatzfläche am Spree Center

Ich hatte Sie im letzten Jahr in meinem Blog bereits über die Planungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Berlinovo zur Bebauung der derzeit gesperrten und zugewachsenen Parkplatzfläche sowie auch des daneben befindlichen geöffneten Parkplatzes informiert.

In der Zwischenzeit wurden die entsprechenden Bauanträge gestellt. Gerne möchte ich Sie auf diesem Wege über den aktuellen Stand informieren.

Die Berlinovo hat hierzu bereits im Dezember zwei Baugenehmigungen beantragt. Auf der derzeit gesperrten Parkplatzfläche am Teterower Ring 2-16 (Flurstück 150) soll ein Neubau mit 184 Wohneinheiten und einer Tiefgarage mit 60 Parkplätzen errichtet werden.

Für die Parkplatzfläche am Teterower Ring 152-160 (Flurstück 140) ist ein Neubau mit 172 Wohneinheiten und einer Tiefgarage ebenfalls mit 60 Parkplätzen geplant.

Von der Berlinovo wird mit dem Bauvorhaben grundsätzlich eine Vermietung an ältere Menschen, die noch selbstständig sind, gelegentlich aber Service- und Betreuungsleistungen benötigen, angestrebt. Die Wohneinheiten werden unterschiedliche Wohnungszuschnitte, darunter Ein-Zimmer-Apartments mit ca. 28 m², 1,5-Raumeinheiten mit ca. 35 m² sowie Zwei-Zimmer-Wohnungen mit ca. 45 – 47 m² umfassen und alle Anforderungen an „altersgerechtes Wohnen“ erfüllen.

Beide Bauanträge sind noch nicht vollständig. Die positiven planungsrechtlichen Stellungsnahmen aus dem Stadtplanungsamt liegen jedoch jeweils bereits vor. Ich rechne noch im Laufe dieses Jahres mit der Erteilung der Baugenehmigungen. Die notwendigen Arbeiten zur Bauvorbereitung könnten daher noch 2022 beginnen.

Entsprechend der Bauantragsvorlagen sollen auf dem bislang gesperrten Parkplatz 36 Bäume gefällt werden. Hierzu müssen entsprechende Fällgenehmigungen erteilt werden.

Gemeinsam mit den Anwohnern hatte ich das Bezirksamt sowie die Berlinovo mehrfach auf die vorhandene Vegetation und Artenvielfalt hingewiesen. Im Erläuterungstext zum Bauvorhaben heißt es hierzu: „Eine artenschutzrechtliche Ersteinschätzung der LACON Landschaftsconsult GbR ergab, dass durch die Baumaßnahme keine schützenwerten Biotope betroffen sind. Auch das Artenschutzgutachten weist keine explizit zu schützenden Tierarten auf.“

Derzeit wird durch den zuständigen Fachbereich Naturschutz des Bezirksamts geprüft, wie viele Ersatzpflanzungen erforderlich sind. Hier erwarte ich von einem städtischen Wohnungsbauunternehmen, dass es mit gutem Beispiel voran geht und freiwillig möglichst viel neues Grün in unserem Kiez pflanzt.

Ein weiteren Punkt, auf den die Anwohner und ich in den letzten Monaten immer wieder hingewiesen haben, ist die bereits heute sehr angespannte Parkplatzsituation im Kiez. Aus diesem Grund hatte ich mehrfach die Reaktivierung der Fläche als begrünter Parkplatz gefordert, leider vergeblich.

Auf unsere Hinweise hin, hat die Berlinovo durch die FGS Forschungs- und Planungsgruppe Stadt und Verkehr die Auslastung der bestehenden Parkflächen untersuchen lassen. In diesem Gutachten wurden neben den vekehrsprognostischen Kennwerten der Schwerpunkt auf den ruhenden Verkehr im Bestand und auf die Prognose gelegt. Die Anbindungen an den öffentlichen Straßenraum sind dort ebenfalls enthalten und dargestellt.

Im Ergebnis des Verkehrsgutachtens wurde festgestellt, dass "der Parkplatz auf dem Flurstück 140 sowie die Stellplätze entlang des Teterower Rings nur zum Teil genutzt werden. Eine unzureichende Parkplatzsituation sei in diesem Wohngebiet nicht gegeben."  Aus dieser Verkehrsprognose ergibt sich ein Bedarf von etwa 80 Stellplätzen. Mit der Realisierung des Bauvorhabens durch das Angebot von 120 Stellplätzen in den beiden Tiefgaragen wird dem aus Sicht der Berlinovo ausreichend Rechnung getragen.

Aufgrund eigener Beobachtungen und zahlreicher Gespräche mit Anwohnern halte ich diese Prognose angesichts der weiteren Bauvorhaben im direkten Umfeld sowie des bereits heute angespannten Parksituation für unrealistisch.

Das Bezirksamt bewertet die Parkplatzsituation am Teterower Ring auf Nachfrage ähnlich und sieht diese aufgrund der zu geringen Parkmöglichkeiten und sehr beengten Platzverhältnissen in der Zeit der späten Nachmittags- und Abendstunden bis in die frühen Morgenstunden als sehr angespannt an. Jedoch sieht das Bezirksamt die Flächen für mögliche neue Parkplätze als ausgeschöpft. Bauliche Änderungen strebt das Bezirksamt nicht an, da diese sehr teuer und aufwendig wären.

Ich begrüße es, dass das Bezirksamt meine Einschätzung teilt. Die Antwort auf die Frage, welche Konsequenzen sich aus der unterschiedlichen Bewertung für das Baugenehmigungsverfahren ergeben, steht leider noch aus.

Die Auffassung des Bezirksamts, dass es jedoch keinen Handlungsspielraum habe, teile ich jedoch ausdrücklich nicht. Insbesondere vor dem Hinblick eines möglichen neuen Radweges auf der Hellersdorfer Straße, werden dort in Zukunft noch weitere Parkplätze wegfallen und die Parkplatzsituation noch mehr zuspitzen. Das Bezirksamt muss daher dringend aktiv werden, z.B. durch eine abgestimmte Erweiterung der Anzahl an Parkplätzen in den von der Berlinovo geplanten Neubauten.

Als Ihr Wahlkreisabgeordneter für Kaulsdorf-Nord bleibe ich hier am Ball.


Weitere Informationen:

3. Update Reaktivierung der gesperrten Parkplatzfläche am Spree Center
2. Update Reaktivierung der gesperrten Parkplatzfläche am Spreecenter
1. Update Reaktivierung der gesperrten Parkplatzfläche am Spreecenter
Reaktivierung der gesperrten Parkplatzfläche am Spreecenter
Gesperrter Parkplatz am Spreecenter
aktualisiert von Alexander J. Herrmann, 28.06.2022, 13:22 Uhr
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Kommentare
01.07.2022
Bau unterbrechen
von Jozef
Wie jeder weiß, gibt es ein Problem mit den Parkplätzen am Teterower Ring. Es gibt keinen Parkplatz für das Auto und Berlinovo will alles zerstören. Ich frage mich, wie es mit den Bußgeldern der Ordnungsbehörde / Falschparken / zusammenhängt und wer die Kosten für die Bußgelder trägt.
Es gab einen Vorschlag, eine Freifläche für Parkplätze am Teterower Ring umzugestalten, aber die monatliche Gebühr wurde aus Platz genommen / 30 Euro pro Monat /. Für mich ist es ein offener Raub von Bewohnern und daher gibt es keine willigen Menschen. Eine Gebühr kann erhoben werden, jedoch in angemessener Höhe.
GRÜN NICHT ZERSTÖREN !!!!!!!