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16.10.2019
Update: Bebauung des Grundstücks Luzinstraße 11,13

In meiner Bürgersprechstunde wurde ich wiederholt auf die beabsichtigte Bebauung des Grundstücks Luzinstraße angesprochen. Das Bezirksamt und ich hatten die Anwohner Anfang des Jahres erstmals über diese Planung von bis zu 67 neuen Wohnungen aber keinen zusätzlichen Parkplätze im Kiez informiert.

Bei dem Grundstück handelt es sich um die Fläche eines ehemaligen Kindergartens. Diese Fläche wird aus Sicht des Bezirks jedoch zukünftig nicht mehr für soziale Infrastruktur benötigt und soll daher nun zu Wohnungsbauzwecken veräußert werden.

Das Bezirksamt hat zwischenzeitlich am 1. Oktober die Aufstellung des Bebauungsplans 10-97 beschlossen. Dessen Ziel ist es, eine städtebauliche Nachverdichtung mit Wohnbebauung zu ermöglichen. Nach dem geltenden Baurecht gemäß § 34 Baugesetzbuch wäre hier derzeit eine Wohnbebauung in geschlossener Bauweise mit 6 Etagen möglich.

Eine solche hohe und massive Bebauung des Innenhofbereichs passt aus der Sicht vieler Anwohner und mir nicht in den Kiez.  Das Maß der zulässigen baulichen Nutzung muss daher im Bebauungsplanverfahren unbedingt begrenzt und das Planungsziel entsprechend angepasst werden.

Auch angesichts der großen Herausforderung, in Berlin dringend Wohnraum zu schaffen, darf dieser nicht allein in den Außenbezirken entstehen und hier für eine maximale Verdichtung unseres bislang noch grünen Wuhletalbezirks sorgen. In Anbetracht der zahlreichen Bauvorhaben in unserem Kiez müssen wir vielmehr parallel endlich auch die notwendige soziale Infrastruktur, wie Schule, Kita, Parkplätze und auch eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots, schaffen.

Die Innenhöfe in der Großsiedlung von Marzahn-Hellersdorf sollten auch in Zukunft grün bleiben. Ich lehne daher eine weitere Verdichtung unseres Kiezes im Innenhofbereich ab. Mit den Anwohnern wünsche ich mir eine Sicherung des bestehenden Grüns und allenfalls eine kleinteilige Randbebauung, z.B. für soziale Zwecke.

Im April habe ich daher mit der CDU-Fraktion den Antrag "Grüne Innenhöfe in den Wohngebieten in Marzahn-Hellersdorf sichern" in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) eingebracht. Unser Antrag wurde in der BVV mehrheitlich angenommen. Vor diesem Hintergrund kann ich die nunmehrigen Bemühungen des Bezirksamts im Innenhof der Luzienstraße eine Wohnbebauung zu ermöglichen, nicht nachvollziehen. Ich fordere das Bezirksamt auf, die Planungsziele entsprechend unseres BVV-Beschlusses abzuändern und den grünen Innenhof dauerhaft zu sichern!

Für jegliche Bebauung muss zudem in jedem Fall auf freiwilliger Basis eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen geschaffen werden.

Ich erwarte vom Bezirksamt, die Hinweise und auch Sorgen der Anwohner ernst zu nehmen und im weiteren Bebauungsplanverfahren zu berücksichtigen.

In meinem Treffpunkt bürgernAH am Cecilienplatz 4 stehen Ihnen mein Team und ich zudem gerne als engagierte Ansprechpartner für alle Ihre Themen und Anregungen rund um unseren Stadtteil zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Drucksache - 1686/VIII - Aufstellung des Bebauungsplanes 10-97 „Luzinstraße11, 13“
Bebauung des Grundstücks Luzinstraße 11,13
Grüne Innenhöfe in den Wohngebieten in Marzahn-Hellersdorf sichern 

 

 

aktualisiert von Alexander J. Herrmann, 04.11.2019, 21:56 Uhr
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Kommentare
17.10.2019
Re:
von Alexander J. Herrmann
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ihre Meinung zu der geplanten Bebauung des noch grünen Innenhofs teile ich absolut.

Ich hoffe, dass es uns gemeinsam gelingt, hier eine Lösung im Interesse der Natur und der Anwohner zu finden.
 
17.10.2019
Grüne Innenhöfe
von C. Riese
Guten Tag !

Ich bin auch dafür , die grünen Innenhöfe zu erhalten. Sie beherbergen eine Vielzahl an Vögeln und anderen kleinen Tieren, das Grün verbessert die Luft in einer ansonsten Smokbelasteten Großstadt, sie bieten nächtliche Ruhe, der ansonsten lärmbelasteten Anwohner. Es gibt einen großen Unterschied zwischen einer Kita und einem Sechsgeschössigem Wohngebäude. Den Baulärm über Monate in einem fast geschlossenen Innenhof möchte ich mir nicht vorstellen. Da bekomme ich regelrecht Panik. Weil ich nicht weiss, wie ich das aushalten soll. Ich bin direkte Anwohnerin und habe mir schon ernsthaft Gedanken gemacht, ob der Bauherr mir das Hotel oder Pension zahlt.
Die Parkplatzsituation war bisher erträglich. Wer an solcher Stelle Wohnungen ohne Parkplatz bauen will, nimmt billigend in Kauf, dass viele Menschen, damit Familien mit Kindern, einen höheren Alltagsstress haben werden. Wie in vielen anderen Ecken von Berlin. Wer von den Anwohnern kann sein Auto mit in die Wohnung stellen? An dieser Stelle sollte es unbedingt zu einer Änderung in den städtebaulichen Vorgaben kommen. Ein Auto zu haben ,ist in der heutigen Zeit nur selten ein Luxus , denn eine Notwendigkeit. Und sei es aus Zeitgründen.
Das ist meine Meinung.